Heike Ollertz

 

 


 

 

 

„Nach einer Reise durch Irland bleibt vor allem die Erinnerung an solche Landschaften. Sie sind von einer herzzerbrechenden Schönheit... und so leer.

Deshalb können wir sie mit unseren eigenen Träumen besiedeln, dem idealen Menschen, der – unkorrumpiert – im Einklang mit Meer und Land lebt.“

John Putman, A New Day For Ireland, 1984

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Der alte Mann verriet mir, was er vom Nutzen der Furcht hielt: ‚Ein Mann, der sich nicht vor dem Meer fürchtet, wird bald ertrinken’, sagte er. ‚denn er wird an einem Tag hinausfahren, an dem er nicht fahren sollte. Aber wir haben Angst vor der See, und wir ertrinken nur dann und wann.’“

John M. Sygne, The Aran Islands, 1907

 

„Irland – Reisen an eine sagenhafte Küste“

Seit seiner Gründung im April 1997 steht die Zeitschrift mare für ihre gute Gestaltung und ausgewählte Fotografie, vielfach ausgezeichnet von nationalen und internationalen Jurys. Das Buch, „Irland – Reisen an eine sagenhafte Küste“ ist das Erste in einer Reihe von reinen Bildbänden, mit denen der Verlag seine Freude an einer klaren Optik und sein Engagement für die klassische Fotografie zeigt. Im Spätherbst 2003 wurde ich mit diesem schönen Projekt beauftragt.

Meine Aufgabe bestand darin, an den 5400 Kilometern irischer Küste, Spuren menschlichen Lebens zu zeigen. Im Zeitraum eines Jahres unternahm ich fünf Reisen auf eine Insel die ich bis dahin nur aus der Literatur und von den Fotos anderer kannte und verbrachte insgesamt drei Monate dort. Nach einer ersten kurzen Reise im November 2003 in den Donegal wurde klar:

Ich wollte die Mystik und Transzendenz irischer Küstenland-schaften vermitteln, aber auch die Geschichte und den Charakter eines einzigartigen Lebens- und Naturraumes. Dazu habe ich das Mittel der ästhetischen Überhöhung gewählt, häufig durch das Erfassen extremer Lichtstimmungen. Mir lag daran, kein Klischee zu verfestigen, vielmehr eine sinnliche Abstraktion zu erzeugen.


 Roundstone, County Galway

Der schottische Ingenieur Alexander Nimmo wird im 19. Jahrhundert von der englischen Regierung mit dem Ausbau der Häfen in Irlands Westen  betraut. 1820 errichtet er die Pier von Roundstone vor der großartigen Kulisse der Connemara-Berge.


 Acchill Island, County Mayo

In den einsamen Felsbuchten im äußersten Westen führt das Meer sein urgewaltiges Mysterienspiel auf.


 Inisheer, Aran Islands, County Clare

Hoch auf den Felsen liegt das Wrack der „Plassey“, die 1960 im Sturm Schiffbruch erlitt. Die Inselbewohner konnten die gesamte Besatzung retten. Jahre später warfen mächtige Atlantikwellen den Frachter an Land.


 Baltimore, County Cork

Das Seezeichen an der Einfahrt zum Hafen wird in Anspielung an die zur Salzsäule erstarrte biblische Mutter „Lot’s Wife“ genannt.
 

Aufnahmetechnik

Die Aufnahmen entstanden mit einer Kamera des Typs Alpa 12 im klassischen Format der Landschaftsfotografie 6 x 9  Zentimeter. Nach meiner langjährigen, ausgezeichneten Erfahrung im Umgang mit den Objektiven von Schneider-Kreuznach fiel meine Wahl auf das
Super-Symmar 4,5/80 XL Aspheric und das Schneider-Kreuznach Apo-Helvetar 5.6/48 Multicoating.
 

  Heike Ollertz

Zur Person

Heike Ollertz, mare-Fotografin der ersten Stunde, lebt in Berlin. Hier leitet die Meisterschülerin der Universität der Künste nach längerer Lehrtätigkeit den Fachbereich Fotografie am Lette-Verein.